[Warum Judo] [Geschichte] [Prinzipien] [Graduierung] [Wettkampf] [Punktesystem]

Warum Judo?


Judo ist eine japanische Kampfsportart, die körperliche, geistige und soziale Fähigkeiten fördert.
Fester Bestandteil des Judo sind Elemente der Fall-, Festhalte-, Wurf- und Hebeltechniken, Schläge und Tritte sind dagegen verboten.
Der sportliche, faire Zweikampf steht hierbei im Mittelpunkt.
Mit Fairplay und Teamgeist lernen Kinder auf diese Weise im Sport einen spielerischen Wettstreit kennen.
Judo bietet ein nahezu ideales Bewegungsangebot und ist vor allem eine Methode, das Prinzip der Wirksamkeit von Körper und Geist zu erfassen und dies für das alltägliche Leben einzuüben.
Durch den kontaktintensiven Sport entwickelt sich ein starkes Selbstvertrauen und die Fertigkeit der Selbstbehauptung.
Obwohl Judo keine reine Selbstverteidigungsart ist, enthält es doch viele Elemente, die im Notfall eine effektive Selbstverteidigung ermöglichen. Allerdings ist die Notwendigkeit zur Selbstverteidigung durch die starke persönliche Ausstrahlung, fern jeder Opfermentalität, bei Judoka relativ selten.
Zu den Zielen im Judo gehört es, den vorhandenen kindlichen Bewegungsdrang zur Erlernung der Fallschule, der Erfahrung des Körperkontakts und der Anwendung spezieller Techniken in gerichtete Aktivität zu lenken.
Die Kombination aus Selbstbeherrschung, Achtung vor dem anderen und gesundem Selbstbewusstsein macht Judo zu einer idealen Sportart für jedes Alter.

judo





Judo zeigt Ihnen einen Weg zu optimaler Anwendung körperlicher und geistiger Kraft.
Judo läutert Ihren Körper und Ihre Seele und trägt dazu bei, den geistigen Inhalt
dieses Sportes zum Teil des eigenen Ichs werden zu lassen.

(Jigoro Kano)










kano

Geschichte des Judo [nach oben]


Der Ursprung des Judo liegt in den Traditionen der Samurai, einer Kriegerkaste im alten Japan. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts und der völligen Reformation Japans auf Grund der Annäherung an die westliche Welt kam es zu einer Entmachtung der Samurai und einem Verbot, Schwerter zu tragen. Die Samurai konzentrierten sich nun auf ihre Kampfkunstsysteme der waffenlosen Selbstverteidigung (Jiu-Jitsu). Trotz des Versuchs mit sehr hartem Training ihre Stellung im Staat zu verteidigen, verloren sie an Bedeutung und auch die Kampfkunst rückte in den Hintergrund. Die Jugend Japans orientierte sich immer mehr an westlichen Werten und vergaß dabei, sich auch seelisch und körperlich zu ertüchtigen.
Erst der Deutsche Erwin Bälz, der seit 1860 an japanischen Universitäten als Professor lehrte, war schockiert über die schwächliche Konstitution der Studenten und den Umgang mit dem großen japanischen Kampfkunsterbe. Sein Aufruf zu körperlicher Betätigung fiel bei seinem Schüler Jigoro Kano auf fruchtbaren Boden. 1882 gründete Kano eine neue Übungsstätte, den sogenannten Kodokan, in Tokio. Kano nahm aus den verschiedensten Kampfkünsten Techniken und entschärfte sie. Er fasste die auf den Krieg ausgerichtete Kunst in einem Wettkampfsport zusammen und gab ihr so ein neues Ziel. Judo wurde so zu einem System der körperlichen Ertüchtigung und des kämpferischen Messens miteinander statt gegeneinander.
Die Möglichkeit Kampfkunst ohne Verletzungen auf einer Tatami (japanisch für Matte) auszuüben und sich im Wettkampf zu messen, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Japan.
Doch Kano überschritt die Grenzen Japans und förderte die Verbreitung japanischer Kampfkünste in der westlichen Welt.
Dies führte 1952 zur Gründung des Deutschen Dan-Kollegiums (DDK) und 1956 zur Gründung des Deutschen Judo Bundes (DJB).
Seit 1964 ist Judo bei den olympischen Spielen im Bereich der Männer vertreten. Seit 1992 ist es auch für Frauen olympisch.
Heute ist Judo die am häufigsten betriebene Zweikampfsportart der Welt. In nahezu jedem Land der Welt wird Judo ausgeübt und verbindet Menschen weltweit.






Prinzipien des Judo [nach oben]


Jigoro Kano formulierte für das Judo 2 Prinzipien, die allem übergeordnet sind. Diese Prinzipien verhindern, dass Judo zu einem simplen Kräftevergleich ausartet und lassen es zu einem wertvollen Erziehungssystem werden.

  1. Das technische Prinzip beruht auf dem idealen Einsatz von Körper und Geist. Nach diesem Prinzip wird eine größtmögliche Wirksamkeit bei kleinstmöglichem Energieaufwand angestrebt. Es gilt durch Nachgeben die Kraft des Gegners für die eigene Aktion zu nutzen. Also ziehe, wenn du gestoßen wirst und stoße, wenn du gezogen wirst.

  2. Das moralische Prinzip vom gegenseitigen Helfen und Verstehen drückt aus, dass Judo als Zweikampfsportart nicht ohne einen Trainingspartner auszuführen ist. Die Trainierenden versuchen sich gegenseitig zu fördern, Techniken gemeinsam zu erarbeiten und haben so Anteil am Fortschritt des jeweils anderen.

judozeichen



Graduierung [nach oben]

Im Judo gibt es 9 Kyu-Grade und 10 Dan-Grade. Diese drücken sich in unterschiedlichen Gürtelfarben aus. Um den nächsthöheren Gürtel zu erreichen, muss man Gürtelprüfungen ablegen, bei denen Wurf-, Fall- und Bodentechniken vorgezeigt werden.

Kyu-Grade: Hierbei handelt es sich um Schülergrade in den Farben

9.Kyuweiß
8.Kyuweiß - gelb
7.Kyugelb
6.Kyugelb - orange
5.Kyuorange
4.Kyuorange - grün
3.Kyugrün
2.Kyublau
1.Kyubraun

Das Mindestalter für den weiß-gelben Gürtel ist 7 Jahre.

Dan-Grade: Dies sind Meistergrade, die auf die Kyu-Graduierungen folgen. Ein Meistergürtel ist schwarz. Für den 1. bis 5. Dan müssen Prüfungen abgelegt werden, alle weiteren werden für Verdienste um den Judosport verliehen und es besteht die Möglichkeit einen Ehrengürtel in rot-weiß zu tragen.





Wettkampf [nach oben]

Um beim Judoturnier Fairness und gleiche Bedingungen für alle sicherzustellen, teilt man die Kämpfer in Gewichtsklassen ein.

Alters- und Gewichtsklassen des DJB 2006

Gekämpft wird auf einer Wettkampffläche, die durch eine rote Warnfläche begrenzt wird. Die effektive Kampfzeit pro Kampf beträgt bei den Erwachsenen maximal 5 Minuten und bei den Kindern mind. 3 Minuten. Ein Kampf kann vorzeitig durch einen kraftvollen Wurf auf den Rücken, einen vollen Punkt (Ippon), beendet werden, aber auch durch Aufgabe des Gegners nach Anwendung einer Würge- oder Hebeltechnik sowie durch das Festhalten des Gegners über eine Zeit von 25 Sekunden. Während Würfe und Festhalten in allen Altersklassen erlaubt sind, dürfen Hebel erst in der Altersklasse U14, Würgen erst ab der U17 angewendet werden.




Punktesystem [nach oben]

Ippon: voller Punkt

  • Wurf mit Kraft und Schwung auf den Rücken
  • 25 Sekunden Haltegriff
  • Aufgabe des Gegners bei Armhebel / Würgegriff
ipon

Wazaari: halber Punkt (2 Wazaari = 1 Ippon)

  • Wurf nur fast auf den ganzen Rücken
  • 20 Sekunden Haltegriff
wazari

Yuko: mittlere Wertung

  • Wurf auf die Seite
  • 15 Sekunden Haltegriff
osaekomi

Koka: kleine Wertung

  • Wurf auf den Po oder Oberschenkel
  • 10 Sekunden Haltegriff
koka